DIE PRAXIS

Die von Leon weitergegebene Praxis betont tiefe Öffnung und Durchlässigkeit gegenüber dem Streben nach einem spirituellen Ziel. Getreu einem Grundprinzip des kaschmirischen Tantra

- "Das Gift ist das das Heilmittel gegen das Gift" - 

können sich die Impulse des Egos durch Ausdruck erschöpfen und den Raum für wahrhafte Spontaneität und schöpferische Freiheit öffnen.

Die wichtigste Praxis ist stille, absichts- und methodenlose Präsenz.

Zudem können folgende Elemente als Träger der tantrischen Erfahrung dienen:

  • Atem-, Berührungs-, Energie- und Körperarbeit
  • Kontakt-, Bewegungs- und Tanzimprovisation, Rituelles Theater
  • Mantra und Ritual
  • Musik und Klang
  • Direkte Anschauung der Lehre durch Worte

Diese Elemente der Praxis dienen dazu, den natürlichen Fluss der Energie zu befreien und erfahrbar zu machen. Sie entstehen aus der intuitiven Verbindung mit dem Feld, wie es sich jetzt gerade zeigt, und stellen kein methodisches Vorgehen zum Erreichen eines vordefinierten Ziels dar. 

Tantra ist zwar auch Wissenschaft, aber vor allem eine Kunst. Die Kunst, in allen Erscheinungen und Erfahrungen das Eine wiederzuerkennen. Die Kunst, das Sehen, Hören, Lauschen immer feiner und das lebendige Strömen immer kraftvoller werden zu lassen. Und die Kunst, den Körper zu einem Instrument der Befreiung von den Fesseln des Verstandes zu entwickeln.

Lass dich sinken in diesen einen Moment
der alles ist und nichts
In Frieden und Freiheit und die endlose
Weite des Lichts
Lass dich fallen in die Umarmung dieser
grenzenlosen Möglichkeit
Denn nichts das wirklich ist, ist jemals
wirklich weit
Schon jetzt kannst du um die erste und
die letzte Wahrheit wissen
Mit dem Ernst des Forschers und dem
Feuertanz des weisen Narren
Es sind die größten Wunder, die ungesehen
aus deinen Welten starren
Lass dich los und sei bei dir, denn halten
kannst du dich nicht
In den erschaffnen Welten bist du das Eine,
das sich im Vielen bricht

Wahrheit
Gedicht von Leon